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#2

Wenn ich heute nachmittag nach Hause komme, bin ich, glaube ich, reif für den Gnadenschuß. Ich hab heut' den ersten Tag meiner Tage, fühle mich dementsprechend beschissen (Kopf-, Unterleibs- und Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme) und bin darüber hinaus völlig groggy von der Woche. Fünf Tage am Stück zu arbeiten ist im Moment einfach nicht drin. Vier sind eigentlich schon zuviel. Von morgens bis spät nachmittags pausenlos unter Strom zu stehen (Wie geht's mir? Kriege ich gleich wieder eine Attacke? Oder bleibt alles still? Ist das Herzrasen oder bin ich einfach nur zu schnell die Treppe hochgelaufen?), schlaucht so unglaublich! Dazu noch das triste Wetter, das meine Laune erst recht drückt ... Ich bin gleichzeitig aufgedreht und hundemüde; wann immer ich irgendwo sitze und nichts tue, drohen mir die Augen zuzufallen. Und als wäre das alles nicht genug, kriege ich auch noch die Auswirkungen des Mondes zu spüren. Heute Nacht habe ich wunderbar geträumt, von einem Schauspieler, der Liev Schreiber verdammt ähnlich sieht, aber nicht Liev Schreiber ist, dessen Namen ich nicht kenne und den ich erst vor kurzem bei einem Making-of im Fernsehen gesehen habe, aber trotzdem nicht einordnen kann. Hilfe? In meiner Verzweiflung habe ich schon das aktuelle Kinoprogramm durchgeblättert, in der Hoffnung, zufällig ein Bild von ihm zu finden, aber es hat nichts genutzt. Mich macht so was ja wahnsinnig! Ich muß jetzt wissen, wer das ist. Auf der Stelle.

27.3.09 10:28


#1

Ja, machmal ist es echt schwer. Vor allem, wenn meine Mutter sich wieder nicht zu fragen traut. Ihr liegt dann irgend etwas auf der Zunge, man kann es ihr ansehen, aber sie schweigt. Oder wenn mein Vater die Augenbrauen hebt und fragt: "Welche Tabletten?", obwohl ich schon seit einem Monat ein Antidepressivum nehme. In solchen Momenten ist mir nach Heulen zumute. Dann verzehre ich mich nach jemandem, der mich wortlos in den Arm nimmt. Sich eingestehen zu müssen, daß einem die eigenen Eltern nicht werden helfen können beziehungsweise sogar mit die Ursache des Problems sind, zwickt schon ordentlich. Ich liebe meine Eltern sehr, aber "darüber" mit ihnen sprechen kann ich nicht. (Noch nicht?) Das Gefühl, überhört und ignoriert zu werden, zu stören und nicht verstanden zu werden ist einfach zu groß, sei es nun legitim oder pure Einbildung. Mal sehen, vielleicht können wir Mengenrabatt mit dem Therapeuten aushandeln, wenn wir uns alle gemeinsam auf die Couch legen, hihi.

Ach, wie gerne wäre ich jetzt in Tisens. Im Sommer, früh morgens auf dem Balkon, mit Blick auf den Rosengarten und den Indianer, mit diesem unvergleichlichen Duft in der Nase. Dann in den kleinen Markt gehen, fürs Frühstück einkaufen, leckere Kornspitz-Brötchen und echte italienische Mortadella, Eltern und Schwester zum Wandern verabschieden und danach den ganzen Tag auf dem Balkon sitzen und schreiben, gewärmt von einer Sonne, die sich immer irgendwie durch die Dunstglocke über dem Alto Adige kämpft. Obstplantagen im Blick, das monotone "tsch-tsch-tsch" der Beregnungsanlagen im Ohr, rostige Ape, die mit lautem Getöse durchs Dorf rasen, am Abend dann noch ein kleiner Spaziergang durch Lana, wobei natürlich ein Cappuccino mit Zimt bei "Ella" nicht fehlen darf... Sagte ich zweite Heimat? Nein, ich glaube, dieses kleine Dörflein am Fuß der Berge ist meine eigentliche Heimat. Auf jeden Fall fühlt es sich so an, wenn ich dorthin zurückkehre.

Ich brauche Urlaub. Für mindestens ein ... Jahr.

27.3.09 08:26


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